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24. Februar 2004 ..Herat gefällt mir auf Anhieb. Nach etwas Suchen und Fragen finde ich die Bushaltestelle beziehungsweise ich werde zu ihr gebracht, und
ich kann herausfinden, wie es mit der Weiterreise nach Mashad im Iran steht. Heute geht gar nichts mehr, dafür aber morgen früh um sechs Uhr. Eine neue, erst vor
wenigen Monaten eingerichtete, direkte und tägliche Bussverbindung für 220 Afghani bis Mashad. Tee trinken bei den Fahrkartenverkäufern. Danach ein kleiner
Spaziergang mit Gepäck. Ich laufe zur "Großen Moschee" von Herat. Sie wird auch Freitagsmoschee genannt. Eine wunderschöne, große Anlage in gutem Zustand.
Ich darf rein, wobei "darf" nicht das richtige Wort ist. Es wirkt alles so friedlich und frei und miteinander, ich hätte gar niemanden zu fragen brauchen. Und entgegen
meinem Verhalten in früheren Jahren, Moscheen überwiegend von außen zu betrachten, nicht zu betreten und das Gebot, als Nichtmoslem in keine Moschee zu
gehen, zu respektieren, betrete ich den Innenhof. Ich setze mich an die Seite und komme mir mal wieder ziemlich unauffällig vor. Ein Mann kommt zu mir und
will irgendwas und fragt. Ich verstehe nichts. Er deutet auf meine Kopfbedeckung. Ich ziehe sie ab, weil ich erst glaube, es sei nicht ok, eine solche in der Moschee zu
tragen. Das macht aber keinen keinen Sinn, weil alle anderen einen Turban oder eine Mütze, jedenfalls eine Kopfbedeckung, tragen. Er deutet wieder auf die Mütze,
die nun neben mir liegt, und jetzt begreife ich. Der Mann will sie haben. Er kriegt sie. Er will nämlich beten und braucht sie dafür. Da setzt er sie auf, und wir freuen uns
beide. Er betet mit den anderen so etwa zehn Meter entfernt - auf einem hauchdünnen Stofflaken - auf den glatten Steinen des Innenhofes. Nach fünf Minuten gibt er sie
mir wieder zurück und wir freuen uns erneut ...
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